Digitale Bestandsumdeckung: Drei Wachstumsmöglichkeiten für Versicherer

Bestandsumdeckung – ein Thema, mit dem sich nicht nur Ausschließlichkeitsvertreter auseinandersetzen, sondern das zunehmend auch Makler betrifft. Gerade in der Ausschließlichkeit führen allzu starre Produkte, schlechte Provisionssätze und Vertriebsprogramme oder kaum erreichbare Umsatzziele dazu, dass sich Vertreter nach einem neuen Geschäftspartner oder auch Arbeitgeber umsehen. Manche denken sogar darüber nach, die Ausschließlichkeit zu verlassen und fortan als Versicherungsmakler zu arbeiten.
Versicherer konkurrieren in diesem Fall meist anhand von Prämien und Provisionen miteinander. Oftmals werden z.B. Anschubfinanzierungen über mehrere Jahre bezahlt, damit der Vertreter sukzessive die bestehenden Kunden zum neuen Versicherer überführt.

Bestandsumdeckung: Digitale Unterstützung sticht künftig Provisionssätze aus

Versicherer können an dieser Stelle jedoch nicht nur attraktive Deckungskonzepte und Provisionen für die wechselwilligen Vertreter bieten. Vielmehr sollten sie künftig vor allem auch mit einem durchdachten digitalen Service punkten, mit welchem die Bestandsumdeckung einfach per Knopfdruck für Makler und Ausschließlichkeitsvertreter gelingt. Ein Alleinstellungsmerkmal, das Versicherer bisher nicht zur Genüge nutzen. Mithilfe aktueller Technologien kann eine solche digitale Unterstützung Versicherer von Mitbewerbern abgrenzen und zum entscheidenden Wachstumserfolg beitragen.

Bevor wir uns jedoch näher mit der digitalen Plattform und Lösungen auseinandersetzen, werfen wir einen Blick auf die drei möglichen Arten von Umdeckungen, die für Unternehmen infrage kommen.

Was bedeutet Bestandsumdeckung?

Unter dem Begriff Bestandsumdeckung oder auch Porfoliotransfer versteht man die vollständige Umdeckung eines Portfolios an Versicherungsverträgen. Es gibt drei verschiedene Arten der Bestandsumdeckung, die für Unternehmen infrage kommen:

  • Externer Portfoliotransfer
  • Interne Bestandsumdeckung – der Umzug von Tarifen
  • Mandatstransfer
Bestandsumdeckung mit dem Portfoliotransfer

Drei Arten der Bestandsumdeckung

Nr. 1: Externer Portfoliotransfer

Der externe Portfoliotransfer beschreibt den Wechsel des Risikoträgers. So wechselt beispielsweise Makler Müller mit seinem kompletten Bestand an Hausratverträgen das Unternehmen. Neben der Motivation höhere Provisionssätze zu erzielen, muss der Makler im Rahmen der IDD-Richtlinie dem Kunden stets den besten Schutz zukommen lassen. Der Makler ist somit ständig auf der Suche nach dem besten Paket für sich und seinen Kunden.

In den meisten Fällen folgen Kunden den Empfehlungen ihres Maklers. Zum einen haben diese ein gewisses Vertrauensverhältnis über Jahre zu ihrem Vertreter aufgebaut und möchten dies auch gern weiter unterhalten. Zum anderen räumen Versicherer neben der anfänglichen finanziellen Unterstützung auch Rabattkontingente ein, damit die Bestandsumdeckung für die Kunden finanziell aufwandsneutral bleibt. Unterm Strich ist den meisten Kunden letztlich auch egal bei welchem Versicherer sie versichert sind. Wichtig ist, der Kunde ist abgesichert und muss durch den Wechsel nicht mehr Prämie bezahlen. In der Regel beinhaltet das Übernahmeangebot des neuen Versicherers mindestens eine Besitzstandsgarantie, das gibt den Kunden die Sicherheit, durch einen Wechsel niemals schlechter gestellt zu werden.

Nr. 2: Interne Bestandsumdeckung – Tarife umziehen

Hinter der internen Umdeckung verbirgt sich die einfache Überführung von Beständen alter Tarife in aktuelle Tarifgenerationen im Zuge der IDD-Richtlinie. Kunden profitieren hier vor allem von neuen Versicherungsleistungen wie z.B. die mitversicherte Drohnen, Smart Home Devices oder auch Ladestationen für Elektrofahrzeuge, welche erst vor wenigen Jahren ihren Weg in die Versicherungswelt gefunden haben.

Nr. 3: Mandatstransfer

Der Mandatstransfer unterscheidet sich vom externen Portfoliotransfer, da hierbei in der Regel nicht der Risikoträger, sondern der Makler bzw. Ausschließlichkeitsvertreter gewechselt wird. Während diese Bestandsumdeckung technisch nur selten komplexe Überraschungen bereithält, gestaltet sie sich rechtlich etwas umfangreicher.

Es existieren gesetzliche Vorgaben, welche den Makler dazu verpflichten, den Kunde über den Wechsel zu informieren und ihm zudem noch eine Widerspruchsfrist von zwei Wochen einzuräumen.

Schaubild drei Arten von Bestandsumdeckung
Drei Arten von Bestandsumdeckung

Eine digitale Plattform für alle drei Anwendungsszenarien der Bestandsumdeckung

Alle drei Anwendungsfälle können durch moderne Technologien mit nur einer Lösung abgedeckt werden. Mithilfe des Portfoliotransfers der enowa AG führen Versicherer sowohl interne Bestandsumdeckungen sowie Bestandsumdeckungen für Versicherungsmakler und Vertreter papierlos, datenschutzkonform und automatisiert auf Knopfdruck durch.

Welche Vorteile liefert eine digitale Umdeckung?

Diese automatisierte Verarbeitung der Portfoliodaten stellt eine enorme Entlastung für die Risikoträger dar. Versicherer stehen bei der Bestandsumdeckung meist vor folgenden Herausforderungen:

  • Daten fehlen oder liegen nur in Papierform vor
  • Werte sind ungültig
  • Kombinationen, welche der Versicherer bei der Transformation berücksichtigen muss, sind ungültig 

Hierbei leistet die automatisierte Verarbeitung durch den Portfoliotransfer einen großen Vorteil: Die zu importierenden Daten werden direkt im Tool auf Zulässigkeit überprüft. Zu diesen rein Datengetriebenen Punkten gesellen sich dann natürlich noch Themen wie Maklermandat bzw. Maklervollmacht oder auch das Einlesen von Scans, welche auch mit der Unterstützung des Tools automatisiert bzw. teilautomatisiert werden können.

Wie läuft die Umdeckung über die Plattform Portfoliotransfer ab?

In 4 Schritten können Sie Bestände direkt in Ihr Bestandsführungssystem überführen:

  1. Es werden verschiedene Datenformate wie GDV, BiPRO, Excel oder auch Papier mittels OCR importiert.
  2. Es erfolgen frei konfigurierbare Datenvalidierungen, die Prüfung unzulässiger Attributkombinationen, kontextbasierte Geschäftsregeln sowie Aussteuerungslogiken. Ein Excel Sheet verwaltet diese Validierungen und Logiken anwenderfreundlich in einer Oberfläche.
  3. Nachdem die Daten importiert wurden, können fehlerhafte Verträge manuell in einer Vertragsansicht korrigiert werden.
  4. Die Daten werden schließlich automatisiert per Stapelverarbeitung exportiert. Analog zum Importformat kann auch das Exportformat frei konfiguriert werden, z.B. in ein gängiges BiPRO-Format.
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Foto von Sebastian Schmidt Ansprechpartner Bestandsumdeckung
Sebastian Schmidt
Senior Consultant

Sebastian Schmidt ist Experte für die technische Datentransformation im Bereich Makleranbindung bei der Firma enowa AG. Mit seinen über sieben Jahren Erfahrung berät er Versicherungsunternehmen hinsichtlich der Anbindung von APIs sowie der Umsetzung großer IT-Projekte. 

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