Dunkelverarbeitung & Input-Management: Trends & Themen 2022

„Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts“ – Der Spruch kommt Ihnen sicherlich auch bekannt vor? Die Datenverarbeitung ist immer wieder Kernthema in Blog-Beiträgen, Artikeln und Vorträgen. So auch in der Veranstaltung „Dunkelverarbeitung und Workflowunterstützung“, zu der jährlich die Versicherungsforen Leipzig Fach- und Führungskräfte der Versicherungsbranche einlädt. Unser Senior Management Consultant Michael Becker hat die Key Take-Aways zu RPA und Dunkelverarbeitung im Input-Management zusammengefasst. 

Screenshot der Präsentation in der Veranstaltung Dunkelverarbeitung und Input-Management Versicherung
Key Take-Aways rund um Input-Management und Dunkelverarbeitung.

Dunkelverarbeitung im Input-Management 

Das Input-Management dreht sich um Dokumente und Daten. Hauptziel ist es, Daten aus den eingehenden Dokumenten zu extrahieren, zu strukturieren und aufzubereiten, so dass die Folgesysteme sie weiterverarbeiten können. Idealerweise komplett automatisiert und mit so wenig manueller Nachkorrektur wie möglich. 

Input-Management as a Service

Das es hierbei einen großen Nachholbedarf bei den Versicherern gibt, zeigte die Veranstaltung mit ihren rund 140 Teilnehmenden: Oftmals nutzen Versicherer in die Jahre gekommene Input-Management-Systeme oder es fehlt an einer ganzheitlichen Lösung. Dabei – und das wird in der Veranstaltung deutlich – gibt es zahlreiche moderne Input-Management-Lösungen auf dem Markt. Diese punkten nicht nur durch den Einsatz moderner OCR und KI-Algorithmen, sondern auch durch ihren Service orientierten Ansatz. Der Kunde kann entweder die gesamte Posteingangsstrecke auslagern, ersetzen oder auch nur einzelne Services (z.B. Datenextraktion) integrieren. Selbst die manuelle Indizierung der Daten können Versicherungsunternehmen als Service einkaufen.

Input-Management-Systeme in der Cloud und On-Premises

Moderne Plattformen stehen in der Cloud oder On-Premises zur Verfügung. Versicherungsunternehmen können sie daher ohne eigene Projektstruktur nutzen: Hierzu analysieren die Anbieter gemeinsam mit der Fachabteilung, welche Daten benötigt und welcher Input geliefert werden muss. Im nächsten Schritt stellt die Fachabteilung Trainingsdaten zur Verfügung. Hier variiert bei den Anbietern in Trainingsmenge, die Art des Inputs und die Benutzeroberfläche. Ebenso unterscheiden sich die Anbieter durchaus in den Erkennungsquoten, was neben dem Datenschutz, ein entscheidendes Thema bei der Anbieterwahl darstellt.
Wer bei Erkennungsquoten gleich an KI denkt, der sei gewarnt: Nicht bei jeder Problemstellung in der Erkennung erreicht der Einsatz von KI die besten Ergebnisse. Das bestätigten sowohl die Hersteller als auch der KI-Mathematiker aus unserem Hause. Bei der Suche nach der passenden Lösung kann daher ein Plattform-unabhängiger Berater mit Fachexpertise unterstützen. Er zeigt auf, welche Folgekosten und Fragestellung bei der Auswahl wichtig sind und kann die in der Software eingesetzten Algorithmen beurteilen.

RPA 

Neben den Input-Management-Systemen spielt das Thema RPA (Robotic Process Automation) auch im Jahr 2022 eine zentrale Rolle. Die Veranstaltungsteilnehmer sind sich einig, dass es sich weiterhin lohnt, nach neuen RPA-Use-Cases zu suchen. Die vorgestellten Projekte drehen sich sowohl um RPA-Bots, die monotone und repetitive Arbeit übernehmen und damit die Fachbereiche entlasten, als auch um den Einsatz moderner Business Process Engines. Spannend sind auch die Einsichten in die ersten Data-Mining-Projekte, die mit der Modernisierung der Datenhaltung nun auf dem Vormarsch sind. Die vorgestellten Technologien sind keine Raketenwissenschaft. Schon mit geringem Einsatz schaffen die Versicherer in den vorgestellten Use-Cases wirtschaftliche Optimierung und positive Kundenerlebnisse.

Wichtig sind aber zwei Dinge: 

  1. RPA-Projekte können nur erfolgreich sein, wenn der Change in der Organisation begleitet wird. Versicherer müssen in den Fachbereichen Akzeptanz schaffen, damit Mitarbeitenden auch Ideen und Input für mögliche Automatisierungs-Use-Cases melden. Und: Eine gute interne Kommunikation ist entscheidend, um Ängste vorzubeugen. Tools zur Automatisierung sollen helfen, nicht ersetzen.
  2. Die Basis zum Einsatz von RPA ist eine gute Prozessanalyse, ein effizienter Ablauf gepaart mit einer vollständigen Datenbasis. Dunkelverarbeitung oder Prozessautomatisierung von schlechten Prozessen hingegen ist aufwendig. Der höhere Invest in die Prozessanalyse und -überarbeitung lohnt sich, da die Anpassung der Standardlösungen natürlich eine höhere Ausgabe darstellt. 

Fazit

Ja, der Spruch „Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts.“ ist definitiv nicht neu, aber aktueller denn je. Sie sind die Basis für Dunkelverarbeitung im Inputmanagement und für RPA. Deutlich wird in der Veranstaltung aber auch: Neben den Daten spielt ein passender Partner bei RPA und Input-Management eine wesentliche Rolle. Dabei ist nicht der Preis, sondern die Expertise entscheidend. Ohne Fach- und IT-Know-how, bezahlt der Versicherer am Ende doppelt.

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Autor
Michael Becker enowa AG
Michael Becker
Senior Management Consultant

Michael Becker ist Senior Management Consultant und ECM-Experte bei enowa. Aufgrund seiner langjährigen Beratung bei der Einführung und
Optimierung von Versicherungsbestandssystemen vereint Michael Technik mit fundiertem Fach-Know-how. Als technischer Projektleiter hat er eins der größten Input-Management-Systeme für einen führenden deutschen Versicherer implementiert.

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