enowa im Zoom: Gerald Heger über erfolgreiche Migrationsprojekte in der Versicherungswirtschaft

Welche Herausforderungen stecken in Migrationsprojekten und worauf sollte man dabei achten? Aufgrund seiner jahrelangen Erfahrungen im Bereich Migration kann unser neuer Kollege Gerald Heger auf viele Best Practices zurückgreifen. Im Interview verrät er, worauf es bei Migrationsprojekten ankommt.

Gerald, Du hast schon einige Stationen in Deinem Berufsleben hinter Dir. Was hat Dich an der enowa gereizt?

Einige meiner ehemaligen Kollegen sind inzwischen bei der enowa und haben mir immer wieder von ihren guten Erfahrungen berichtet. Das hat mich neugierig gemacht, vollends überzeugt hat mich dann jedoch die herzliche Atmosphäre bei meinem Vorstellungsgespräch mit Vorstand und CC-Leiter und die Möglichkeiten, die sich bei der enowa gerade für mein Thema Migration eröffnen. Ich freue mich nun, Teil des Teams zu sein und nach und nach die Mitarbeiter/innen auch persönlich kennenzulernen.

Beim Thema Migration denken viele an das Hin- und Herschieben von Daten, das kann schnell eintönig wirken. Ist das wirklich so?

Migrationen sind nie gleich, die Themenstellungen sind zwar oft ähnlich, aber dennoch gibt es in jedem Projekt immer neue und unterschiedliche Herausforderungen. Mit „Daten schieben“ hat das wirklich nichts zu tun! Vielmehr ist es – neben den inhaltlichen Aspekten – besonders wichtig, sich auch menschlich mit den Verantwortlichen für eine Migration auseinanderzusetzen und eine fachliche Ebene für die Zusammenarbeit zu finden.

Was sind die Herausforderungen?

Wie in jedem Projekt gibt es natürlich immer sehr ambitionierte Terminvorstellungen. Dann ist es sehr wichtig, dass sowohl Know-how vom Quell- als auch vom Zielsystem vorhanden ist. Auch sind aktuarielle, fachliche und IT-Themen zu meistern. Das geht vom Detail wie der Behandlung einer Abweichung von ein paar Cent sehr in die Breite wie beispielsweise die korrekte Schnittstellenversorgung, Gevo-Bearbeitung oder Bilanzierung nach Migration. Oftmals ist es für Mitarbeiter/innen des Quellsystems verständlicherweise auch nicht leicht, das eigene System irgendwann abzuschalten.

Wenn Du Deine Projekte Revue passieren lässt, was ist Dir besonders in Erinnerung geblieben?

Da waren einige Sachen, aber ein Projekt ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Bei einer produktiven Migration, nachts, bei einem Kunden in der Schweiz, hatten die Mitarbeiter/innen für uns ein tolles Käsefondue zubereitet. Ich war verantwortlich für unseren Migrationsbatch, der jeden erfolgreich migriertem Vertrag durch einen Punkt auf dem Bild anzeigte. Man konnte dadurch nachvollziehen, ob er noch läuft und wie viele Verträge bereits durch sind. Ich bin immer wieder zwischen Fondue und Bildschirm gewandert, weil ich so nervös war. Das Fondue konnte ich daher nur bedingt genießen – vielleicht war es ja gut für die Figur. Am Ende hat alles geklappt, es wurden fast alle Verträge migriert und der Rest war erklärbar und konnte nachgeholt werden.

Was ist bei Migrationsprojekten besonders wichtig? Gibt es ein paar goldene Regeln, an die man sich halten sollte?

Die gibt es auf jeden Fall:

  1. Rechtzeitig mit der Vorbereitung anfangen und die zentralen Knackpunkte angehen: Man kann solch ein komplexes, mehrjähriges Projekt nicht von heute auf morgen starten, sondern muss eine Phase zur Vorbereitung einplanen. Insbesondere diese Phase sollte man nutzen, um die fachlichen Themen zu durchdringen und wichtige Weichenstellungen vorzunehmen.
  2. Die Verantwortlichen von Quelle und Ziel (IT, Aktuariat, Prozesse usw.) frühzeitig mit einbeziehen: Nur, wenn alle Stakeholder im Projekt involviert sind, kann ein gemeinsamer Erfolg gelingen.
  3. Manchmal pragmatisch vorgehen und die 5 gerade sein lassen. Das fällt mir als Mathematiker und Aktuar auch nicht immer leicht, ist aber immer wieder notwendig. Bei einer Migration wird es immer Differenzen zwischen Quell- und Zielsystem geben. Es kommt vor allem darauf an, dass man damit intelligent umgeht und zwischen Exaktheit und Aufwand abwägt und zudem die Auswirkungen auf den Kunden im Blick behält.
  4. Testen, testen, testen! Mehr noch als bei der Einführung eines neuen Produkts ist es besonders wichtig, den Test rechtzeitig aufzusetzen und auch Kriterien für eine Abnahme festzulegen. Es wird immer Überraschungen im Bestand geben. Je frühzeitiger man in den Test auf konkrete Altverträge einsteigt, desto eher ist man in der Lage zu reagieren und dem Management Aussagen zur Qualität des Migrationsvorgehens zu geben.
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