„Dunkelverarbeitung & Workflowunterstützung“ Key Take-Aways der Konferenz

Prozesse beschleunigen, Fehlerquoten minimieren und Kosten senken – die Dunkelverarbeitung bietet für Versicherer viele Potenziale. Kein Wunder, dass bereits über 60 % der Versicherungen mit „dunklen Prozessen“ arbeiten. Das geht aus einer Studie der Versicherungsforen Leipzig und der enowa AG hervor. Welche Erfahrungen konnten Versicherer beim Einsatz bereits gewinnen und wohin geht der Trend?
Auf der Fach­kon­fe­renz „Dunkelverarbeitung & Workflowunterstützung in Versicherungen“ der Versicherungsforen Leipzig gaben Fach- und Führungskräfte verschiedener Versicherungen ihre Erfahrungen rund um Prozessautomatisierung weiter. Unser KI-Consultant Maximilian Lorenz hat die Key Take-Aways zusammengefasst.

  1. Bots als Workflowunterstützung
  2. Sorgenkind Inputmanagement
  3. Trend zu KI
  4. Der End-to-End-Gedanke
  5. Transparenz erfolgsentscheidend

Bots als Workflowunterstützung

Versicherer haben die Wichtigkeit der Prozessautomatisierung längst erkannt und setzen verschiedene technische Lösungen ein, um ihre Workflows zu vereinfachen. Im Kundenkontakt und den Service Desks sind Bots weitestgehend etabliert.

Sorgenkind Input Management

Fehler, die sich beim Einlesen und Verarbeiten von Inputdokumenten einschleichen, ziehen sich durch den kompletten Workflow. Eine nachträgliche Automatisierung nutzt wenig, wenn die Daten falsch eingelesen wurden, oder gar komplett fehlen. Sorgenkinder sind das korrekte Erfassen von Dokumenten mit heterogenem Format und Layout, sowie von Nachrichten mit viel Freitext. Für diese anspruchsvolle Aufgabe kommen Lösungen wie das Validieren des Inputs gegen bestehende Daten in Datenbanken, Templates oder Regex zum Einsatz.

Trend zu KI

Auch KI spielt beim Validieren von Input eine wichtige Rolle: So arbeiten innovative Inputmanagement-Systeme immer mehr mit KI-Algorithmen. Diese erkennen ganze Textpassagen und ermöglichen das Extrahieren relevanter Daten und das zuverlässige Klassifizieren von Dokumenten. Dadurch können auch aus Dokumenten mit heterogenen Layouts oder Freitext die wichtigsten Informationen zuverlässig extrahiert und im Idealfall dunkel weiterverarbeitet werden. Entsprechende Lösungen sind bereits auf dem Markt. Eingesetzt werden sie bisher kaum, aber das Interesse am Thema Künstliche Intelligenz ist groß. An keinem anderen virtuellen Messestand war so viel los.

Der End-to-End-Gedanke

Heißbegehrt sind neben Künstlicher Intelligenz in der Versicherung vor allem Lösungen für mehr Automatisierung über die komplette Prozesskette hinweg – aber auch schwer zu realisieren. Frei nach dem Pareto-Prinzip können Versicherer oft 80% der Resultate mit 20% des Aufwands erreichen. Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, zunächst die Dunkelverarbeitung für die „einfachen 80%“ (die tatsächlichen Quoten können natürlich abweichen) zu gewährleisten und anschließend zu prüfen, ob der Aufwand für eine zusätzliche Dunkelverarbeitung der restlichen Dokumente rentabel ist. Hier lohnt der Blick auf eine effiziente Aussteuerungsroutine.

Digitalisierung: Transparenz erfolgsentscheidend

Mehrfach wird deutlich: Automatisierungsprojekte funktionieren nur, wenn Sachbearbeiter und Fachstab frühzeitig mit auf den Weg der Digitalisierung genommen werden. Eine gute Kommunikation ist entscheidend, um Ängsten vorzubeugen. Tools zur Automatisierung sollen helfen, nicht ersetzen.

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Autor
Maximilian Lorenz
Data Scientist

Bereits während seines Mathematikstudiums an der Universität Würzburg beschäftigte sich Maximilian Lorenz mit neuronalen Netzen und dem Einsatz von Algorithmen des Machine Learning. Als Data Scientist bei der enowa AG betreut er KI-Projekte bei internationalen Kunden aus dem Versicherungsumfeld. 

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