Vorteile von SAFe

Scaled Agile Framework (SAFe): 5 Vorteile für Versicherungsunternehmen

Eines der am meisten genutzten Rahmenwerke, um Scrum und andere agile Arbeitsweisen zu skalieren: Das Scaled Agile Framework hält vermehrt Einzug in Versicherungsunternehmen. Was ist dran am Hype? Wo liegen die Vorteile des Frameworks und warum ist es gerade für Versicherungsunternehmen so magisch?

 

Lieber hören statt lesen? Den Blog-Beitrag gibt es auch als Podcast-Episode:

Mit Ihrem Klick erklären Sie sich einverstanden, dass eine Verbindung zu Podigee aufgebaut wird. Dabei können Ihre Daten auch in Drittländer mit einem der EU nicht vergleichbaren Datenschutzniveau übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Was ist SAFe?

SAFe ist eine Abkürzung, die für Scaled Agile Framework steht. SAFe schafft einen Rahmen für Agilität von der Ebene der Teams bis zur gesamten Organisation. Es kombiniert agile Methoden wie Kanban, Scrum und Lean Thinking und leitet daraus die SAFe Prinzipien ab. Das Framework verfügt über verschiedene Konfigurationsmöglichkeiten und kann damit je nach Unternehmensgröße und Bedarf angepasst werden. Es ist also ein System, bestehend aus einer Reihe von erprobten Organisations- und Workflow-Mustern zur Implementierung von agilen Praktiken im gesamten Unternehmen.

Die Vorteile von SAFe

  1. Crossfunktionalität
  2. Commitment
  3. The Heartbeat of SAFe: Ein Takt, ein Ziel
  4. Relentless Improving
  5. Verkürzte Time-to-Market

 

Symbolbild für das Scaled Agile Framework: Ein transparentes Gebäude

Crossfunktionale Zusammenarbeit

In einem Versicherungsunternehmen reden wir von 200 oder mehr Teams, die in der IT tätig sind. Der große Vorteil von SAFe: Das Framework bezieht neben der IT auch die Business-Seite mit ein. Dazu werden crossfunktionale Teams gebildet, damit alle Kompetenzen für die Bearbeitung der konkreten Aufgabe zur Verfügung stehen. Mehrere Teams werden wiederum in einem Zug (Agile Release Train – ART) zusammengefasst.

Commitment

SAFe sieht ein iteratives Vorgehen vor mit Intervallen von drei Monaten, die in sechs zweiwöchige Sprints unterteilt werden. Alle drei Monate kommt ein Train für zwei bis drei Tage zusammen, um die nächsten drei Monate zu planen. Gemeinsam verorten die Teilnehmenden aus Fachbereich und IT die einzelnen Aufgaben in den Teams und klären Abhängigkeiten. Auf dieser Basis folgt die jeweilige Sprintplanung der Teams. Das Ergebnis ist am Ende eine Übersicht der geplanten (Teil-) Auslieferungen und Abhängigkeiten. Es veranschaulicht beispielsweise: Aufgabe x muss in Sprint Eins von Team A erledigt werden, was Voraussetzung für Aufgabe y des Teams B im zweiten Sprint ist. Der große Vorteil: Der abteilungsübergreifende Austausch sorgt für ein gemeinsames Verständnis bzgl. Abhängigkeiten, Risiken und Inhalten. Mögliche Probleme werden transparent dargestellt, adressiert und können so beseitigt werden bevor sie überhaupt entstehen. Auch das Management nimmt am Planning teil. So können viele Entscheidungen bereits in der Planungsrunde schnell und unbürokratisch von Management und Team gefällt werden. Am Ende des Plannings wird die Planung für die nächsten drei Monate von allen Teilnehmenden gemeinsam abgesegnet – das schafft Commitment.

The Heartbeat of SAFe: Ein Takt, ein Ziel

Die Dreimonatsplanung gibt somit die Taktung vor, nach der alle Teams arbeiten, weshalb diese Planung auch als „The Heartbeat of SAFe“, also der Herzschlag von SAFe, bezeichnet wird. Die agilen Teams arbeiten in den gleichen zeitlichen Abschnitten, mit identischen Start-, Enddatum und Bearbeitungsdauer.

Die gemeinsame Planung durch den Fach- und IT-Bereich fördern das Verständnis für das gemeinsame Ziel, vermeidet Verzögerungen durch z.B. asynchrone Auslieferungen und schafft Transparenz hinsichtlich des Kundennutzens.

Relentless Improvement

In SAFe-Framework geht es nicht nur darum, eine funktionierende Software zu erarbeiten, sondern eine individuelle, auf Team- und Unternehmensebene Weiterentwicklung zu schaffen. Bei Relentless Improvement handelt es sich um einige konkrete, erprobte Empfehlungen z.B. in Form von Workshops und Feedbackinstrumente. Der Problem Solving Workshop beispielsweise schafft den Rahmen und die Zeit, sich konkreten Problemstellungen zu widmen und entlang einer verprobten Struktur Lösungsansätze zu erarbeiten.

Kürzere Time-to-Market

Typischerweise arbeitet das agile Team in SAFe nach dem Prinzip des MVP – dem Minimal Viable Product. Ein MVP ist die einfachste Konfiguration eines Produkts, die ein Benutzer testen und bewerten kann. Hierdurch können Versicherungsunternehmen neue Produkte wesentlich schneller ausliefern. Und: Der Fokus reduziert die Komplexität enorm und bringt den gewünschten Mehrwert schneller zum Vorschein.

Was also tun, wenn Sie SAFe implementieren wollen?

Eines der Grundprinzipien der Agilität ist ein schrittweises Vorgehen mit kurzen Lernzyklen. Die Einführung von SAFe folgt idealerweise diesem Prinzip. Hierzu gibt SAFe eine konkrete Landkarte vor – eine sogenannte Implementation-Roadmap, die 12 Implementierungs-Schritte definiert. Diese Schritte wurden bereits bei unterschiedlichen Unternehmen erfolgreich erprobt. Wichtig ist allerdings, dass SAFe kein triviales Framework ist. SAFe ist nur erfolgreich, wenn Prozesse, Strukturen und das Mindset verankert und tatsächlich gelebt werden. Das geschieht nicht von heute auf morgen.

  • Teilen
Autor
Foto von Andreas Esser Consultant
Andreas Esser
Senior Consultant

Andreas Esser ist Business Analyst bei der enowa AG und seit 2012 im Versicherungsumfeld tätig. Er berät Versicherungsunternehmen hinsichtlich der Entwicklung und Einführung spartenübergreifender Tarifierungs-, Angebots- und Antragssysteme für das Privat- und Geschäftskundensegment.

Junior Beraterin Theresa Jordan
Theresa Jordan
Junior Consultant

Als Bindeglied zwischen Fachbereich und Entwicklung unterstützt Theresa Jordan als Business Analystin in Kundenprojekten. Im Bereich E-Learning bereitet sie systematisch verschiedene fachliche sowie Soft Skill Themen für das Kollegium auf. Darüber hinaus hat sie sich auf das Thema „Online Collaboration Tools“ spezialisiert. 

Consultant Christian Holch
Christian Holch
Senior Consultant

Christian Holch ist der Ansprechpartner für scaled agile framework (SAFe) bei der Firma enowa AG. Er weist mehr als achtzehn Jahre Erfahrungen in der deutschen und internationalen Versicherungsbranche auf. 

Ähnliche Beiträge
Versicherungswirtschaft

Es hat sich viel getan in der Digitalisierung von TAA-Prozessen. Dennoch findet sich in der TAA-Stecke weiteres Optimierungspotenzial. Wo ansetzen, um den Automatisierungsgrad zu erhöhen? Christian Störmer nimmt vier mögliche Stellschrauben unter die Lupe.

Christian Störmer,   /   15. September 2022
Versicherungswirtschaft

Versicherungstexte sind schwer zu verstehen, so die gängige Meinung. Warum es gerade für Versicherungsunternehmen wichtig ist, diese Verständnishürden aus dem Weg zu schaffen und worauf es dabei ankommt, das erfahren Sie im Blog-Beitrag.

Pascal Pepel,   /   08. September 2022
Versicherungswirtschaft

Analytische Qualitätssicherungs-Maßnahmen dienen der Prüfung von Projektergebnissen mit dem Ziel, Fehler zu finden und nachgelagert zu beseitigen. Welche Maßnahmen sind bei der Einführung eines neuen Bestandssystems sinnvoll? Ein Einblick am Beispiel von Einführungsprojekten des Bestandssystems ReSy.

Dr. Claus Ziegler, Cornelia Burko,   /   25. Juli 2022
Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden!

In unserem Newsletter berichten wir über Technologien, Methoden und Themen rund um die digitale Transformation in der Industrie- und Versicherungsbranche. Außerdem erhalten Sie exklusive Einladungen zu Veranstaltungen und WebSeminaren.

Abonnieren Sie den Newsletter kostenlos und unverbindlich.

Wir sind für Sie da!

enowa AG
enowa AG
Kontakt